Sinnstiftung

30. Mai 2009

“Die Aktion gemeinsam gegen Ausländerfeindlichkeit möchte durch Initiativen im persönlichen Umfeld einen sinnstiftenden Beitrag zur gegenwärtigen Diskussion über Fremdenfeindlichkeit und somit Anstöße zum Um- und Weiterdenken geben.”

Übersetzung: Wir wollen was gegen die Ausländerfeindlichkeit tun, wissen aber eigentlich nicht, was.

“Salopp gesagt”

22. Februar 2009

…hört man nicht mehr so oft. Dafür schon seit einiger Zeit: “…sag ich mal”.

Was tun gegen Blutdruck?

27. Januar 2009

Tee trinken:

Schwarzer Tee: Hausmittel gegen Durchfall, Blutdruck und Stress.

Mehrere Tassen Tee am Tag, und der Blutdruck ist weg!

Bitte Frau Lehrer, wie geht Satire?

13. Dezember 2008

Satire geht so:

Deutsche Touristen heißen Klaus-Uwe und sind rechthaberisch und pedantisch. Ihre Ehegattinnen oder Gemahlinnen sprechen sie mit “Hildchen” an.
Wiener haben komische böhmische Familiennamen und sind raunzert.
In Italien sind die Autobahnen irreführend beschriftet und die Busse nie pünktlich.
Franzosen können kein U sagen.
Beamte schlafen im Dienst und Formulare sind unverständlich. Der richtige Schalter ist immer geschlossen.
Pfarrer reden salbungsvoll und verwenden altmodische grammatische Formen aus der Lutherbibel.
Jugendliche sagen dauernd: “Voll krass!” und “Oida!”
Omas hingegen haben einen grauen Dutt und gehen am Krückstock. Tragen sie aber einen Jeansanzug, sind sie moderne Omas.
Ökos tragen Latzhosen, Esoteriker murmeln “Om”, Psychiater rauchen Zigarre und Physiker haben wirres weißes Haar.
Politiker lügen und das Fernsehen verdummt das Volk.
Moderne Kunst ist unverständlich. Witze über moderne Kunst halten immer noch bei Picasso. Oder kennt jemand einen Witz über Jeff Coons? Oder über halbierte Kühe?
Befleißige dich einer gestelzten Ausdrucksweise, die du in mündlicher Rede niemals gebrauchen würdest. Das erweckt den Eindruck einer Persiflage, auch wenn kein Mensch weiß, welchen Stil du eigentlich zu parodieren vorgibst.
Prügle tote Hunde! Mach dich lustig über das, worüber sich alle anderen auch lustig machen. Zumindest die, die bei dir im Publikum sitzen. Die Leute lachen am liebsten über das, worüber sie schon hundertmal gelacht haben. Da fühlen sie sich sicher.
Nimm dir nie Menschengruppen zum Thema, die du aus eigener Anschauung kennst. Dein Publikum kennt sie schließlich nicht und weiß dann mit deiner Satire nichts anzufangen. Wenn dein Pfarrer am Sonntag in der Kirche im Stil eines Fernsehmoderators predigt, ist er kein typischer Pfarrer. Verspotte trotz allem den salbungsvollen. Halte dich an das Typische (siehe oben).
Nimm niemals die Schwächen deines Publikums aufs Korn. Es wird es dir nicht danken und ganz sicher nicht in sich gehen ob deiner Kritik.
Dein Publikum will von dir nichts Neues erfahren. Es will in seinen Meinungen bestätigt werden. Begrüßen wird es höchstens neue Gründe, bei den alten Ansichten zu bleiben.
Wenn du sagst, was du meinst, wird das eine Glosse oder ein Essay. Sag das Gegenteil von dem, was du meinst. Das ist Ironie, und schon hast du eine Satire.
Sprich rasend schnell. Damit erweckst du den Eindruck eines Pointenfeuerwerks, auch wenn die Pointen keiner mitkriegt.

Wie sagt man Outfit auf Englisch?

13. Dezember 2008


Auf N24 nervt eine Umfragentussi Passanten: “Was halten Sie von meinem Outfit?” Als sie auf des Deutschen nicht mächtige Amis trifft, übersetzt sie “Wot du ju sink abaut mei – äh – closes?”

Problemfans

5. Dezember 2008

… sind nicht Liebhaber von Problemen, sondern problematische Fußballfans.

Österreich, 5.12.2008: “Problemfans werden bereits in der Stadt beobachtet.”

Ethno-Wirtschaft

4. Dezember 2008

Der Österreichische Wirtschaftsverlag gibt ein Blatt mit dem Titel esnaf und dem bemerkenswerten Untertitel Wirtschaftsmagazin für Unternehmen mit ethnischem Ursprung heraus.

Was mag das wohl sein: Unternehmen mit ethnischem Ursprung? Nun, esnaf ist türkisch und bedeutet Unternehmer. Und das Blatt ist auch zweisprachig geschrieben, deutsch und türkisch. In der Nummer, die mir untergekommen ist, wird zwar hauptsächlich über Reiseveranstalter und Lebensmittelgroßhändler mit türkischem Hintergrund berichtet, aber vielleicht will man ja sich ja später auch für chinesische Textilimporteure, indische Restaurantbetreiber und afrikanische Zöpfchenflechterinnen öffnen. Aber unter welchen gemeinsamen Hut bringt man die? Der Volksmund sagt einfach Ausländer und meint damit bekannlich alle, die keine Westeuropäer oder Nordamerikaner sind. Soziologen, Grüne und andere Gutmenschen sprechen von Menschen mit Migrationshintergrund, womit sie ungefähr denselben schlecht abgegrenzten Personenkreis meinen, denn auch sie meinen keine Einwanderer aus den USA oder der Schweiz. Hier wollte sich der Wirtschaftsverlag offenbar auch nicht einreihen. Aber irgendeine politisch korrekte Bezeichnung muss es doch geben! Also nehmen wir halt ethnisch.

Nun ja, was eine Ethnie ist, weiß niemand so genau. Die Lexika werden da immer ziemlich weitschweifig, wenn sie das erklären müssen. Aber wenn man genauer hinschaut, heißt Ethnie so ziemlich gleich viel und gleich wenig wie Volk. Eine Gruppe von Menschen, die sich wegen gemeinsamer Kultur und/oder Sprache und/oder Abstammung und/oder Beziehung zu einem bestimmten Territorium zusammengehörig fühlen.

Als Bezeichnung für Menschen, die in Österreich unternehmerisch tätig, vielleicht auch österreichische Staatsbürger, aber von der Abstammung her irgendwas Nicht-Österreichisches, Nicht-Westeuropäisches, Nicht-Amerikanisches sind, taugt ethnisch jedenfalls nicht. Bei der Wahl des Wortes hat eben leider doch die Vorstellung hereingespielt, dass Ethnologen die Wilden im Dschungel erforschen. Aber dummerweise leben in Österreich neben ethnischen Türken, ethnischen Kroaten, Slowenen, Roma, Tschechen, Bosniaken, Serben und Angehörigen von fünftausend anderen Völkerschaften auch ethnische Österreicher.

Achtung

23. November 2008

Meines Erachtens oder meinem Erachten nach!

Aber nicht meines Erachtens nach! Klar?

Ein Mikromann…

21. November 2008

ist kein Zwerg, sondern ein Rundfunk-Moderator.

ORF Seitenblicke 19.1.2008

Schreiten

21. November 2008

11112008.jpg

Wenn ich nächstens hoch erhobenen Hauptes und gemessenen Schrittes durch die Sperre schreite, werde ich mir vorher einen Fahrausweis besorgen. Wenn ich aber mit hängenden Schultern und schlurfend durchschleiche, werde ich darauf verzichten.